Die Rolle des Lichts

Moderne Architektur auf dem Prüfstand

| MA Seminar SS 2016 |

Paul Scheerbart stellt 1914 in seinem Buch „Glasarchitektur“ fest, dass das Niveau unserer Kultur ein Produkt der Architektur sei, bzw. aus den Räumen in denen wir leben herauswachse. Für eine Transformation auf ein höheres Niveau sei das Ausbrechen aus den bisher geschlossenen Räumen notwendig hin zu einer „Glasarchitektur, die das Sonnenlicht und das Licht des Mondes und der Sterne nicht nur durch ein paar Fenster in die Räume lässt, sondern gleich durch möglichst viele Wände, die ganz aus Glas sind.“ Damit spiegelt er ein Grundanliegen der modernen Architektur wieder: Das Öffnen der Räume nach Außen, mit Sichtbeziehung, Tageslicht, Besonnung und guter Luftqualität.

In der modernen Architektur gibt es viele Beispiele, die jeweils einen individuellen Lösungsansatz im Spannungsfeld zwischen Tageslicht, Besonnung und sommerlichem Wärmschutz widerspiegeln. Beispielsweise der Brise Soleil, eine feststehende Auskragung an Fassaden, die als Sonnenschutz fungiert. Übersetzt bedeutet „briser“ brechen oder zersplittern, „soleil“ ist die Sonne. Doch wie gut funktioniert Le Corbusier`s „Sonnenbrecher“ eigentlich hinsichtlich der Faktoren Tageslicht, Besonnung und sommerlicher Wärmeschutz?

Dieser Frage nachgehend werden im Seminar verschiedene Gebäude der modernen Architektur vorgestellt, analysiert und anhand von analogen (Modellbau und Heliodon) und insbesondere digitalen Simulationswerkzeugen (DIVA) deren Funktionsfähigkeit in Bezug auf Tageslicht, Besonnung und thermischer Behaglichkeit quantitativ und qualitativ bewertet.

Master of Arts in Architecture Seminar – Sondergebiete des nachhaltigen Bauens,  Lehrangebot Schwerpunkt Design_Technologie Klasse für Architektur und Gebäudetechnologie,  Prof. Dipl.-Ing. Matthias Rudolph,  Dipl.-Ing. Christian Degenhardt (AM)