Eine Allianz fürs Leben

Im dicht besiedelten Stadtteil Stuttgart West liegt das ca. 100.000 Quadratmeter umfassende Allianz Areal Reinsburgstraße. Der umfangreiche Gebäudekomplex besteht aus einem zusammenhängenden, denkmalgeschützen Baukörper aus der Zeit um 1900 sowie mehreren Gebäuden, die zwischen 1961 und 1974 errichtet wurden, darunter zwei Hochhäuser mit 13 bzw. 10 Geschossen. Zum Areal gehören des Weiteren einige neuere Gebäude aus den Jahren 1990 bis 2006. Die Allianz plant, ihre beiden bisherigen Stuttgarter Standorte in der Innenstadt aufzugeben und im Stadtteil Vaihingen eine Allianz-City mit 100.000 Quadratmeter Bürofläche zu errichten.

Vor allem das Hochhaus an der Reinsburgstraße gilt als energetisch veraltet. Sein Abbruch und auch der Abbruch der meisten anderen Gebäude erscheint denkbar. Im Stuttgarter Westen würde sich Wohnungsbau anbieten, was die meisten Menschen mit einem Abriss des Gebäudes verbinden. Würde das Hochhaus fallen, wäre der Blick auf die Karlshöhe frei. Ein anderes Problem dürfte es aber sein, dass an dieser Stelle nach einem Abriss nicht mehr die gleiche hohe Geschossflächenzahl möglich sein würde und Neubauten deutlich niedriger ausgeführt werden müssten.

Für den Stuttgarter Westen und die angrenzenden Quartiere könnte der Auszug der Allianz eine Chance für ein urbanes Miteinander von Wohnen und Arbeiten sein. Die Lage direkt an der Karlshöhe bietet eine hervorragende Lebensqualität dicht am Park mit kurzen Wegen in die Stadt.

In der Diskussion sind unterschiedliche Nutzungen, u.a. eine temporäre Nutzung als Studentenwohnheim, doch gibt es bislang noch kein Gesamtkonzept für das Areal. Die Frage ist, ob der Abriss des Hochhauses ökologisch sinnvoll wäre oder ob ein Erhalt der Gebäudestruktur nicht einen anderen Ansatz böte.
Wir wollen im Entwurf untersuchen, welche Kriterien für eine Umnutzung eine Rolle spielen können und wie sich unter Erhalt eines Teils der Struktur mit innovativen Lösungsansätze ein neues, vertikales Stadtquartier mit Nutzungsmischung an dieser Stelle realisieren lassen könnte. Dabei wollen wir auf digitale Werkzeuge zurückgreifen und mittels Simulationen unsere Ansätze verständlich machen und überprüfen.

Die Fotos zur Endpräsentation finden Sie hier.