Transformation of No-Gos – Bushaltestellen

| MA Stegreif – WS 26/27 |

„Die Stadt ist Objekt der Natur und Subjekt der Kultur, die nicht in einem rein virtuellen, sondern einem sehr physischen Raum entsteht, lebt und wächst.“ 

Der Doppelstegreif „Transformation of NOGOS – Bushaltestellen“ ist Teil einer Werkreihe, die mit dem Seminar zur „Verschattungsstudie des Rathausplatzes in Ludwigsburg“ begann. Die Reihe beschäftigt sich mit der Belebung des öffentlichen Raumes und der Wechselwirkung zwischen dem vorhandenen Angebot und einer hohen Aufenthaltsqualität. Diese wird maßgeblich durch den thermischen Außenkomfort geprägt, der eine wesentliche Voraussetzung für die Nutzung und Aufenthaltsdauer im öffentlichen Raum darstellt.

Der Stadtraum wird durch seine Stadtarchitekturen im planimetrischen, stereometrischen und insbesondere im physiometrischen definiert.

Bushaltestellen fungieren dabei als Visitenkarten des öffentlichen Personennahverkehrs und müssen über ihre Funktion und gestalterische Qualität als reine Wartepunkte hinausgehen.

Diese Orte unterliegen unterschiedlichen sicherheitstechnischen Vorgaben, bieten jedoch in der Regel keinen ausreichenden thermischen Komfort. Einerseits sind sie häufig zugig und bieten nur einen begrenzten Regenschutz, andererseits begünstigt im Sommer ein Milchglasdach in Kombination mit dreiseitigen Verglasungen eine maximale Überhitzung der Wartenden.

Der Doppelstegreif gliedert sich in zwei Phasen. Innerhalb der ersten Phase sollen in einem kooperativen Verfahren aller Teilnehmenden systematisch unterschiedliche typologische und funktionale Merkmale von Bushaltestellen oder kleineren Omnibus-Bahnhöfen (ZOBs) sowie virtuellen Haltestellen für On-Demand-Verkehre untersucht werden. Die Analysen fokussieren sich dabei auf den aktuellen thermischen Komfort / die Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit, Sicherheit, gendergerechte Mobilität und Fahrgastinformation.

Die zweite Phase widmet sich, ausgehend von den erarbeiteten Grundlagen und in Abstimmung mit der individuellen Untersuchungsaufgabe, der konzeptionellen Entwicklung von Strategien zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität von Haltestellen mittels passiver Maßnahmen. Die entwurfliche Darstellung erfolgt dabei durch klassische Darstellungsmethoden.

Der Stegreif ermöglicht den Studierenden, sich anhand einer konkreten Planungsaufgabe mit der Optimierung öffentlicher „Warteräume“ auseinanderzusetzen und zu untersuchen, wie diese in Orte thermischer Behaglichkeit transformiert werden können, die zum Verweilen einladen und insbesondere vulnerable Gruppen, die auch in sommerlichen Hitzeperioden auf den ÖPNV angewiesen sind, schützen.

Die Veranstaltung erfolgt im engen Austausch mit dem für Warteräume verantwortlichem Fachbereich der SSB.

Der Stegreif kann in Gruppenarbeit (2er-Gruppe) bearbeitet werden. Die zentrale Leistung erfolgt anhand maßstabsgerechter Zeichnungen, Visualisierungen und Arbeitsmodelle sowie einer Präsentation der Ergebnisse. 

Die Lehrveranstaltung ist Teil des Jahresthemas „Stay Cool“ der Klasse GTKE mit einer geplanten Ausstellung im Jahr 2027.

Weitere Informationen gemäß Aushang bzw. Ankündigung auf der Klassenwebseite gt.abk-stuttgart.de, der ABK Portal und der Semesterstartveranstaltung am Mo 19.10.2026, HS 3.01, Neubau 1

AM Roman Schallon I Prof. Matthias Rudolph